Flipped Classroom
Idee des Flipped Classroom-Konzeptes: die methodische Großform von Vorlesung (oder, didaktisch allgemeiner: die eher passive Rezeption von Inhalten) und Hausaufgabe (oder didaktisch allgemeiner: die eher aktive Vertiefung und Übung) werden systematisch getauscht.
- Die Inhaltsaneignung findet zuhause statt. In typischen Implementierungen dieses Ansatzes an Hochschulen ist es eine klassische Vorlesung, die per Videokamera aufgenommen und per Youtube von zuhause aus konsumierbar gemacht wird.
- In Präsenz - und insbesondere auch im Plenum im Hörsaal - findet das Üben, Diskutieren, Vertiefen des Stoffes statt.
Jetzt sind wir aber an einer seminaristischen Veranstaltung interessiert, nicht an einer Vorlesung. Außerdem haben wir drei Elemente, zwischen denen man flippen kann: Hörsaal, Zuhause, sowie Übung. Was kann "flipped" hier bedeuten?
Unser Ansatz auch hier: Es ist der Hörsaal, in dem gemeinsam "Hausaufgaben" gemacht werden, geübt wird, Wissen vertieft wird. Zuhause jedoch soll bei einem seminaristischem Flipped Classroom-Konzept Wissen jedoch nicht durch Konsumption einer Vorlesung "gehört" werden, sondern wie in einem Seminar weitergehend angeeignet werden, insbesondere Texte gelesen und in schriftlichen Wissensdarstellung re-präsentiert werden.
In unserer seminaristischen Veranstaltung ist im Stundenplan auch eine Übung vorgesehen. Wie kann die für die Übung vorgesehene Zeit in einem Flipped-Classroom-Arrangement spezifisch mit neuem Sinn versehen werden, wenn doch Üben jetzt im Hörsaal stattfindet?
Unser Ansatz: Wir nutzen die Übungszeit zweckgemäß zur Vertiefung des Stoffes - jetzt allerdings in der Weise, dass wir Studierende darin unterstützen, selbst erarbeiteten Stoff nicht hauptsächlich zu präsentieren, sondern vor allem die Arbeit des Plenums im Hörsaal (also die aktive Aneignung und Vertiefung im Hörsaal) zu verantworten. Geübt wird hier also weder das Präsentieren noch das Aneignen von Stoff, sondern die Vermittlung von Stoff.