Allgemeiner Lösungsansatz
Hintergrund: Die Veranstaltung wendet sich an Wirtschaftsinformatiker im 6. Semester ihres Bachelor-Studiums, also an Akademiker kurz vor ihrem ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Sie will hohe und komplexe Ziele setzen, die die ganze berufliche Persönlichkeit der Studierenden fordert.
In einem traditionellen Seminar "präsentieren" Studierende, d.h. sie tragen Soff vor. Weiterführende Idee hier: Eine Kleingruppe von Studierenden verantwortet eine Doppelstunde "Vorlesung".
- Generalprobe in der letzten Übung vor einer Sitzung
- Durchführung einer 90-minütigen Veranstaltung im Hörsaal mit 80 TN
- Entwurf eines Übungsblatts incl. Bewertungsrichtlinie
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Korrektur der Übungsblätter
- offline durch die Studierenden
- Bewertung und Freigabe der studentischen Korrektur durch den Dozenten in der jeweils ersten Übung nach einer Sitzung
Die Studierenden übernehmen in diesem Format Aufgaben, die sonst der Dozent macht, sie treten in die Rolle eines Lehrenden. Das ist gewollt, denn im Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) werden von Bachelor-Absolventen explizit such hier Kompetenzen eingefordert.
Leh-Kompetenzen zu entwickeln ist aber kein Selbstzweck, sondern ein Nebenergebnis des Ziels, in Bezug auf das Erlernen und Weitergeben von Wissen eine vollständige Handlung (handlungsorientierter Unterricht, Gudjons, de.wikipedia.org/wiki/Modell_der_vollst%C3%A4ndigen_Handlung ) Kontrolle und Beurteilung durchführen zu können.
Im Prinzip haben wir 3 sich ergänzende Veranstaltungen
- "Propädeutikum": Einführung in wissenschaftliches Lernen und Lehren (Vl+Ü, ca 4 Wochen zu Semesterbeginn, Durchführung: J.Busse)
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"Vorlesung": aktives Erleben mehrerer durch Peers durchgeführter
LehrLerneinheiten - "Übung": handlungsorientiert geübt wird hier nicht nur die Recherche und Präsentation eines Themas (Minimalform des Begriffs "seminaristisch"), sondern die Planung und Durchführung einer Lerneinheit als vollständige Handlung Unterstützung der Studierenden weitgehend festgelegtes Format der durchzuführenden Sitzung klare Leitlinien für die zu erledigenden Aufgaben in der Übung Generalprobe
Weitere Herausforderungen, die von diesem Format auch adressiert werden:
- Einf. in wissenschaftliches Arbeiten
- starke Aktivierung der Studierenden (zumindest punktuell und exemplarisch)
- Handhabung komplexer, in einer Gruppe zu lösende Aufgaben
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Rollenübernahme
- Präsentieren
- Konstruktion von operationalisierbaren, S.M.A.R.T. (Specific Measurable Accepted Realistic Timely) Übungen
- Beurteilung und Bewertung von Leistungen
- Präsentieren und agieren im Hörsaal