KI-Kennzeichnung: Ein Beispiel

KI-Kennzeichnung: Ein Beispiel#

Diese Seite: Ein Beispiel für verschiedene Formen der typographische Kennzeichnung von Rohtext, Prompt und KI-generierten Text.

Bei einer KI-Nutzung können insbesondere auch die (selbst formulierten) Prompts an die KI ein interessanter Teil der Eigenleistung sein. Eine große Herausforderung in der Nutzung von KI besteht darin, eigenen Rohtext, Promts und KI-generierten Text

  • typographisch klar voneinander zu unterscheiden, aber

  • im Rahmen einer Argumentation eng aufeinander zu beziehen.

Diese Seite gibt ein Beispiel, wie man einen Dialog mit einer KI typographisch kenntlich machen und in eine eigene Argumentation einbetten kann.

duck.ai > GPT-4o mini

Q:

Ich gebe Dir kurze Texte in schlechtem Deutsch. Bitte formuliere in gutem Deutsch!


A:

Natürlich, gerne! Gib mir einfach die Texte, und ich helfe dir, sie in gutem Deutsch zu formulieren.


Q:

ich schlecht formuliere. geban dass der Ki. ki besser vormulirt. sein das noch mein text?


A:

Ich kann schlecht formulieren. Ich gebe das der KI. Kann sie es besser formulieren? Ist das dann noch mein Text?

(1) Wir sehen: Gut schreiben kann die KI bessser als viele Menschen. Die Taschenrechner-Metapher trifft zu: Wichtig ist der Input an die Maschine, nicht der Output.

(2) Die in diesem Beispiel-Dialog exemplarisch aufgeworfene Frage ist tatsächlich brisant: Gegegen sein ein Text, den ich selbst geschrieben habe, und der tatsächlich ausschließlich meine eigenen Überlegungen widergibt. Ist das noch „mein“ Text, wenn er von der KI mehr oder weniger redigiert wurde? Wie weit kann, darf die KI-Hilfe gehen?

Dieser Frage gehen wir im folgenden weiter nach. Wir lassen uns auch in dieser Frage von der KI inspirieren:

Google. AI 2026-03-19

Q:

Angenommen, ich gebe Dir einen Text, den ich selbst geschrieben habe, und der tatsächlich ausschließlich meine eigenen Überlegungen widergibt. Ich bitte Dich, den Text zu korrigieren und zu verbessern, ohne den Inhalt zu verändern. Ich sehe selbst diese Möglichkeiten:

  • einfache Rechtschreibkorrektur durch Vergleich mit Wörterlisten

  • einfache Grammatik-Korrektur (Kommafehler, Dass-Das-Verwechslung), komplexere Grammatik-Korrekturen

  • Bessere Formulierungen, insbesondere Austausch von Verben mit anschließender Grammatikänderung?

  • Vereinfachung von Schachtelsätzen? Überführung von Nominalstil in Verbalstil etc?

Bitte erstelle eine verbesserte Liste stufenweise tiefgreifender Veränderungen meines Textes.


A:

Das ist ein hervorragendes Vorgehen. Um deinen Text gezielt zu optimieren, ohne deine „Stimme“ oder den Inhalt zu verfälschen, können wir die Bearbeitung in fünf aufeinander aufbauende Stufen unterteilen.

Hier ist die verfeinerte Liste, sortiert nach der Tiefe des Eingriffs:

Stufe 1: Formale Korrektur (Polishing)

Hier geht es rein um die Einhaltung von Regeln. Der Text bleibt identisch, wird aber fehlerfrei.

  • Orthografie & Interpunktion: Korrektur von Tippfehlern, Groß-/Kleinschreibung und Kommasetzung.

  • Grammatikalische Basics: Korrektur von Kongruenzfehlern (z. B. Subjekt-Verb-Beziehung) und klassische Verwechslungen (das/dass, seit/seid).

Stufe 2: Syntaktische Glättung (Lesefluss)

Der Satzbau wird optimiert, um Stolpersteine für den Leser zu entfernen.

  • Satzstruktur: Auflösen von zu komplexen Schachtelsätzen (Hypotaxen) in überschaubare Einheiten.

  • Bezugstrennung: Zusammenführen von zusammengehörigen Satzteilen, die zu weit auseinanderstehen (Klammerformen).

Stufe 3: Stilistische Präzisierung (Ausdruck)

Hier arbeiten wir an der Wortwahl, um den Text lebendiger oder präziser zu machen.

  • Verb-Optimierung: Ersetzen von schwachen Hilfsverben (machen, tun, sein) durch aussagekräftige Vollverben.

  • Stilwechsel: Umwandlung von schwerfälligem Nominalstil (Behördensprache) in dynamischen Verbalstil.

  • Füllwort-Analyse: Eliminierung von Blähwörtern (eigentlich, gewissermaßen, doch), die die Aussage verwässern.

Stufe 4: Rhetorische Schärfung (Wirkung)

Wir passen den Tonfall an die beabsichtigte Wirkung an, ohne neue Fakten hinzuzufügen.

  • Perspektive & Modus: Überprüfung von Aktiv vs. Passiv (Aktiv wirkt oft stärker).

  • Varianz: Vermeidung von Wortwiederholungen durch Synonyme oder geschickte Umformulierungen.

  • Klarheit: Unpräzise Begriffe durch konkrete Bezeichnungen ersetzen.

Stufe 5: Struktur-Check (Roter Faden)

Dies ist die tiefste Ebene, die den Aufbau deiner Argumentation betrifft.

  • Logische Verknüpfungen: Verbesserung von Übergängen zwischen Sätzen und Absätzen (Konnektoren).

  • Absatzstruktur: Überprüfung, ob Gedankeneinheiten optisch und logisch sinnvoll getrennt sind.

Was will J.Busse?

  • J.Busse verlangt als Eigenleistung zwingend selbst formulierten Text, den er auch Rohtext nennt. Ein Rohtext, der mit einer konventionellen, nicht KI-basierten Rechtschreibkorrektur korrigiert wurde, verliert nicht die Rohtext-Eigenschaft. Auch Rohtext mit Rechtschreibkorrektur bleibt ein selbst formulierter Text, bleibt Rohtext.

  • ABER alle Eingriffe einer KI in einen Rohtext, die über eine konventionelle Rechtschreibfehlerkorrektur hinausgehen – wie insbesondere eine Verbesserung von Lesefluss, Ausdruck, Rhetorik etc. – zerstören die Rohtext-Eigenschaft. Denn Lesefluss, Ausdruck, Rhetorik etc. sind spezifische Ausdrucksmittel in der Kommunikation zwischen Menschen. Wenn eine KI Lesefluss, Ausdruck, Rhetorik etc. eines Textes verändert, ist das Eigene, die Eigenleistung nicht mehr klar vom Beitrag der KI unterscheidbar.

Autorschaft und ethische Verantwortung ist für J.Busse zwingend an aktives eigenes Handeln eines Menschen gebunden. Ein von einer KI reformulierter Text verliert die Rohtext-Eigenschaft, wird zu einem KI-generierten Text ohne menschliche Autorschaft.

Was meint die KI dazu?

Google.AI

Q:

Mein Professor sagt:

Ein Rohtext ist ein selbst formulierter Text. Ein Rohtext, der mit einer konventionellen, nicht KI-basierten Rechtschreibkorrektur korrigiert wurde, bleibt ein selbst formulierter Text, es verliert die Rohtext-Eigenschaft nicht.

Alle Eingriffe einer KI in einen selbst formulierten Text, die über eine konventionelle Rechtschreibfehlerkorrektur hinausgehen – wie insbesondere eine Verbesserung von Lesefluss, Ausdruck, Rhetorik etc. – zerstören die Rohtext-Eigenschaft. Denn Lesefluss, Ausdruck, Rhetorik etc. sind spezifische Ausdrucksmittel in der Kommunikation zwischen Menschen. Wenn eine KI Lesefluss, Ausdruck, Rhetorik etc. eines Textes verändert, ist das Eigene, die Eigenleistung nicht mehr klar vom Beitrag der KI unterscheidbar. Autorschaft ist zwingend an einen Menschen gebunden. Ein von einer KI reformulierte Text wird zu einem KI-generierten Text ohne menschliche Autorschaft.


A:

Dein Professor zieht hier eine sehr scharfe Trennlinie beim Thema Urheberschaft. Seine Argumentation besagt: Sobald die KI nicht mehr nur nach festen Regeln (Duden) korrigiert, sondern ästhetische oder rhetorische Entscheidungen trifft, übernimmt sie einen Teil der schöpferischen Leistung.

In der Welt der Wissenschaft ist das ein entscheidender Punkt für die Eigenleistung. Wenn die KI den Rhythmus, die Wortwahl oder den Satzbau bestimmt, „denkt“ sie im Grunde das Design deiner Kommunikation für dich zu Ende.

Basierend auf dieser strengen Definition müssten wir meine Liste wie folgt bewerten:

  • Zulässig (Rohtext bleibt erhalten): Nur Stufe 1 (und auch diese nur, wenn sie strikt regelbasiert und nicht interpretativ erfolgt).

  • Unzulässig (Rohtext-Eigenschaft geht verloren): Die Stufen 2 bis 5, da hier aktiv in deinen individuellen Ausdruck eingegriffen wird.

Wenn du diesen Text für eine Abgabe bei diesem Professor vorbereitest, wäre es also riskant, die KI für mehr als eine reine Fehlerkorrektur zu nutzen.


Q:

Ist die Definition meines Professors zu eng?


A:

Ob die Definition „zu eng“ ist, hängt von der Perspektive ab:

Wissenschaftstheoretisch ist sie konsequent, praktisch im Schreiballtag jedoch extrem streng.

Hier sind die drei Ebenen, um die Definition einzuordnen:

  1. Die philosophische Perspektive (Pro Professor)

Dein Professor sieht das Schreiben als Denkprozess.

  • Argument: Wer einen Satz umformuliert, ordnet seine Gedanken neu. Wenn die KI einen Schachtelsatz auflöst, entscheidet sie, welche Information zuerst kommt und welche nachrangig ist. Damit greift sie in die Hierarchie deiner Argumentation ein.

  • Fazit: Aus dieser Sicht ist die Definition korrekt, da Stil und Inhalt untrennbar verwoben sind.

  1. Die technologische Perspektive (Grauzone)

Die Grenze zwischen „konventionell“ und „KI-basiert“ verschwimmt technisch gesehen bereits.

  • Das Problem: Moderne Rechtschreibprogramme (wie in Word oder Google Docs) nutzen längst neuronale Netze, um Kontext zu verstehen (z. B. um zu entscheiden, ob „Weg“ oder „weg“ gemeint ist).

  • Fazit: Eine „rein regelbasierte“ Korrektur ohne jegliche statistische Wahrscheinlichkeit (KI) gibt es kaum noch. Die Definition deines Professors hinkt hier der technischen Realität hinterher.

    Bewertung JB: Das ist sachlich korrekt. Aber wofür ist das ein Argument? Die technische Realität selbst ist nicht geeignet, den Umgang mit dieser Realität normativ zu regeln. Auch ist nicht jede grammatikalische Analyse, nicht jede statistische Wahrscheinlichkeit automatisch KI. Es gibt genüged Texteditoren, die nicht mit einer KI im Hintergrund arbeiten. Bei JB muss man Texte auch nicht mit Word oder Google Docs schreiben (im Kontext der Informatik rät JB eher zu Markdown basierten Technologieen unter Linux). So oder so: Wer eine Textkorrekur nutzt nutzt muss diese so konfigurieren können, dass sie Text auch rein in Bezug auf Rechtschreibung korrigieren kann, ohne den Text auch gleich zu lektorieren.

  1. Die pragmatische Perspektive (Kontra Professor)

In der professionellen Welt (Lektorat, Journalismus) ist die Trennung zwischen Korrektur und Redaktion üblich.

  • Argument: Ein menschlicher Lektor verändert auch den Lesefluss, ohne dass der Autor seine Urheberschaft verliert. Warum sollte das bei einer KI anders sein, solange der Kern der Aussage vom Menschen stammt?

    JB: Wir sind hier nicht im Journalismus und nichteinmal im akademischen Publikationswesen unterwegs. Hier geht es um akademischen Prüfungskontext.

  • Fazit: Viele halten seine Sicht für zu eng, da sie die KI nicht als Werkzeug (wie einen Taschenrechner für Sprache), sondern als Konkurrenten zur Autorschaft betrachtet.

Zusammenfassend:

Die Definition deines Professors ist ein Sicherheitsmechanismus. Er möchte sicherstellen, dass er deine persönliche kognitive Leistung bewertet und nicht die Fähigkeit einer KI, komplexe Sachverhalte elegant zu „verpacken“. In einem akademischen Prüfungsverhältnis hat er das letzte Wort, weshalb seine Definition für dich die maßgebliche Spielregel ist.

Google.AI

Q:

Meinem Professor ist es wichtig, mich nicht als sterile KI, sondern immer als Person sehen zu können – im akademischen Kontext als menschlichen Gegenüber im um Erkenntnis ringendenden Diskurs.


A:

Das ist ein entscheidendes Argument, das über die rein technische Urheberschaft hinausgeht: Dein Professor möchte deine intellektuelle Persönlichkeit spüren. In der Wissenschaft ist der Schreibstil oft ein Spiegel des Denkprozesses.

Wenn eine KI Sätze „glättet“, bügelt sie meistens auch die Ecken und Kanten deines Nachdenkens glatt. Ein Schachtelsatz kann zum Beispiel zeigen, wie du versuchst, verschiedene Bedingungen gleichzeitig im Blick zu behalten. Ein ungewöhnliches Verb kann zeigen, wie du um eine präzise Nuance ringst.

Wenn du die Definition deines Professors ernst nimmst (und sein Wunsch nach dem „menschlichen Gegenüber“ legt das nahe), ergeben sich daraus drei Konsequenzen für unsere Zusammenarbeit:

  • Fehler sind menschlich: Eine perfekte, klinisch reine Rechtschreibung ist okay, aber eine KI-typische, aalglatte Rhetorik würde dich als „Autor“ für ihn unsichtbar machen.

  • Ringen vs. Präsentieren: Er will das „Ringen um Erkenntnis“ sehen. Das bedeutet auch, dass Brüche im Text wertvoll sein können, weil sie zeigen, wo ein Gedanke schwierig wird.

  • Die „Stimme“ erhalten: Wenn ich deine Formulierungen ändere, klingen sie nach dem statistischen Durchschnitt aller Internet-Texte (darauf ist die KI trainiert). Dein Professor will aber dich lesen.

Mein Vorschlag für das weitere Vorgehen: Ich schlage vor, dass wir uns strikt an die Stufe 1 (rein formale Korrektur) halten. Falls ich dennoch eine Stelle finde, die unverständlich ist, werde ich sie nicht einfach umschreiben, sondern dir eine Anmerkung machen (z. B.: „Hier ist der Bezug unklar“). So triffst du die Entscheidung zur Änderung und bleibst der alleinige Akteur im Schreibprozess.