Semantisches Netz, Wortnetz, Ontologie (snwnon)

Semantisches Netz, Wortnetz, Ontologie (snwnon)

Skizze für einen Workshop im Herbst 2022 / Frühjahr 2023

Anlass unseres Workshops:

Die nächsten Schritte in der Weiterentwicklung (sowohl von Terminologie- als auch von Wissensdatenbanken) müssen im Rahmen einer pluri- und interdisziplinären Zusammenarbeit gemacht werden. Weder Terminologen noch Wissensmanager/Ontologen können allein das gesamte Spektrum der Möglichkeiten überblicken. Nur durch enge Zusammenarbeit und Austausch können neue Tendenzen erkannt und Synergien genutzt werden. http://dttev.org/DIT/187-4-2-ann%C3%A4herungen-von-terminologiedatenbanken-und-wissensdatenbanken.html

(Anmerkung zur Sprache: Mit “Terminologe” ist nicht eine natürliche Person, sondern eine abstrakte Rolle gemeint. Sobald für die Rolle geschlechtsspezifische Eigenschaften der Person, die die Rolle einnimmt, relevant werden, werden wir explizit auf das Gender hinweisen. Solange für die Rollenausführung von geschlechtsspezifischen Eigenschaften abgesehen werden kann, bleiben wir bei der amtlichen deutschen Rechtschreibung).

Annotationen zum Text

Arbeitsweise im Workshop: gemeinsame Annotierung des o.A. Textes

  • aus Sicht von Terminologe und Informatiker

  • aus multilingualer Sicht

  • aus dem Jahr 2022

Text: Petra Drewer, François Massion, Donatella Pulitano: Was haben Wissensmodellierung, Wissensstrukturierung, künstliche Intelligenz und Terminologie miteinander zu tun? 2017 DIT Deutsches Institut für Terminologie e.V., html | pdf

Abbildung 3 zeigt das Funktionsprinzip einer Ontologie. Im oberen Teil befindet sich die eigentliche Ontologie aus Klassen/Begriffen und Relationen. http://dttev.org/DIT/177-2-wissensmodellierung-mit-hilfe-von-ontologien.html > http://dttev.org/images/img/abbildungen/abbildung%5F3%2Epng (Quelle: Wikimedia https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4910952).

Problem: In vielen einführenden Darstellungen zu “Ontologie” werden semantische Netze wie dieses als ein typisches Beispiel für eine Ontologie gezeigt. Obige Abbildung erscheint insbesondere auch unter https://de.wikipedia.org/wiki/Ontologie_(Informatik)#Beispiel-Ontologie. Solche Abbildungen sind suggestiv, aber nach Meinung J.Busse irreführend bis falsch, siehe die Diskussion unter http://jbusse.de/gendifs/e_rel-semantik.html.

Inhalte und Aufbau von Ontologien hängen sehr stark vom Einsatzgebiet und vom Einsatzzweck ab. So können bestimmte Informationen für das eine Nutzungsszenario sehr bedeutsam sein, während sie für ein anderes Szenario völlig irrelevant sind.

Völlige Zustimmung, vielleicht noch pointierter: Könnte es sein, dass Sprache sich stets weiterentwickelt, und dass auch Terminologien vorwiegend “lokal” sind in dem Sinn, dass sie situativ sind, für bestimmte Communities gelten, in einer bestimmten Zeit bestimmte Bdeutungen und pragmatische Funktionen haben?

Außer DBpedia sind vermutlich auch relevant: OpenThesaurus, Wikidata, WordNet, OdeNet, ConceptNet. Problem: Diese Netze sind im Detail nicht kompatibel. Welches nehmen wir wann, wozu?

Semantiker würden sagen: „Wörter haben Bedeutungen“, während Terminologen diesen Sachverhalt mit der Aussage „Benennungen stehen für Begriffe“ beschreiben würden. http://dttev.org/DIT/180-3-2-aufgabenspektrum-in-der-terminologiearbeit.html

Zustimmung. Wir benötigen also eine mehrsprachige Terminologie für die Sprache des Semantikers, des Terminologen etc.

Abbildung 9: Beispiel für ein Begriffssystem (Abstraktionssystem mit monodimensionalen Reihen), Quelle: Drewer/Schmitz 2017:12 :

Maus
  NACH Datenübertragung: Kabelmaus, kabellose Maus
  NACH Schnittstelle: USB-Maus, serielle Maus, PS2-Maus
  NACH Funktionsprinzip: Rollkugelmaus, optische Maus

Ja, hier haben wir einen großen Konsens im Workshop. Genau solche Strukturen wollen wir als Terminologen und Ontologen modellieren können. SKOS kann das in Form der Klasse skos:Collection. (JB arbeitet in seinem Projekt GenDifS an einer Mindmap-basierten Notation, die darauf aufbauend den Schritt von der Terminologie zur Taxonomie unterstützt.) … Kennen die Teilnehmer des Workshops RDF(S) und SKOS, oder sollte man hier einführen?

Eine besondere Herausforderung bei der Abfrage bzw. der Verknüpfung von Ontologien sind die Struktur und die Benennung der Klassen und Instanzen. Nicht nur die formelle Benennung von Klassen und Instanzen kann unterschiedlich sein, sondern auch die semantischen Inhalte und die Strukturierung der Relationen zwischen Klassen und Instanzen. Ferner berücksichtig das modellierte Wissen meistens die semantischen Unterschiede nicht, die es zwischen Sprachen, Ländern und Kulturen gibt. Diese Aspekte verhindern einen reibungslosen Austausch von Wissen. Nur selten werden Synonyme, Mehrsprachigkeit und Ambiguitäten professionell genug implementiert, erarbeitet und verwaltet. Daher werden Zusammenhänge zum Teil nicht korrekt interpretiert, und auch das Zusammenführen von verschiedenen Ontologien stößt schnell an Grenzen. Hier können Terminologiewissenschaft und -arbeit verschiedene Lösungen anbieten (siehe Abschnitte 3.3 und 4.1).

JA, genau das sind die Herausforderungen, die unser Workshop adressiert.